MALI – AKTUELL – MAI 2014

Wir hatten Besuch aus Mali !


Herr Daniel Coulibaly, Herr Hesekiel Dembele u. Herr Moussa Dabou haben unser Gymnasium am Donnerstag, den 15.05.2014, einen Tag lang besucht. Es gab Begegnungen mit 6 Schulklassen, einigen Lehrern, einen Empfang bei Direktor Voigt, sowie ein Treffen am Vorabend mit dem Vorstand des Vereins „Humboldt goes Africa e.V ".


Beeindruckende Bilder von der Situation in Mali haben zu vielen Fragen der Schüler geführt, es ist zu einem wirklich lebendigen Austausch und auch manchem „AHA-Erlebnis" gekommen. Natürlich haben die Schüler der mittleren Klassen auch großes Interesse am Erfolg unserer Partnerschafts-Projekte gezeigt. Hier konnten die malischen Gäste über ein sehr positives Ergebnis in den beiden Partner-Schulen aus Sevaré berichten.
Allerdings wurde auch deutlich, dass die Situation an den Schulen noch als sehr „angespannt" bezeichnet werden muss. Die dortigen Schulleitungen bitten, dass das Humboldt-Gymnasium und der Verein Mali jetzt nicht aus dem Blick verliert, sondern ihr Engagement verstärkt. Vor allem die Vollendung der Sicherung des Schulgeländes an der Grundschule hat erste Priorität. Hier haben unsere gespendeten Mittel nur etwa zur Hälfte des Projektes ausgereicht.
In jedem Fall konnten beide Seiten von diesem intensiven Tag der Begegnung profitieren, und wieder ein Stück mehr Verständnis für die doch sehr unterschiedlichen Realitäten aufbauen. In Kürze folgt eine Einladung zu einer offenen Sitzung des Vereins. Wir freuen uns auf interessierte und engagierte neue Mitglieder (Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige), die uns bei der weiteren Vorgehensweise unterstützen möchten.


Für den Verein Humboldt goes Afrika e.V.
Dr. Detlev Katzwinkel

AKTUELLE POLITISCHE ENTWICKLUNG:
Wie zu erfahren war, hat es vor einigen Tagen durch die militärische Fraktion der von Tuareg domminierten MNLA (Bewegung für die Befreiung des Azawad) einen Anschlag auf den Sitz des Gouverneurs in Kidal gegeben.
Die malische Armee hat daraufhin eingegriffen. Es soll über 30 Tote gegeben haben. Außerdem wurden Beamte und Mitarbeiter aus der Verwaltung entführt. Das alles geschah kurz vor dem geplanten Besuch des malischen Ministerpräsidenten in der Region. Es scheint also vor allem eine politisch motivierte Aktion gewesen zu sein.

Die Tuareg kämpfen ja seit vielen Jahren im Norden Malis für eine mehr oder weniger autonome Region. Dies lehnt die Zentralregierung in Bamako allerdings nach wie vor vehement ab.
Von Kriegserklärung war auf beiden Seiten die Rede. Heute sickerte die Meldung durch, dass die Gefangenen allerdings dennoch frei gekommen sind. Das ist zumindest ein Zeichen relativer Entspannung.
Von Entwarnung kann allerdings längst keine Rede sein. Die Situation im Norden Malis bleibt angespannt. Wollen wir alle hoffen, dass die Waffen weiterhin schweigen und die Verantwortlichen ihre Konflikte eher am runden Tisch austragen.
Unterdessen hat es in der malischen Hauptstadt Bamako eine erste Demonstration gegen die Französische Schutzmacht gegeben. Man wirft ihr Verzögerungstaktik und Passivität vor, was so sicher nicht richtig ist.
D.K.

   
© Humboldtgymnasium Solingen & LernVid.com 2014